Impfungen gegen Corona: wichtige Fragen und Antworten

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Es gibt in Deutschland vier zugelassene Impfstoffe gegen Corona. Aber wer erhält sie, wer zahlt dafür, wo gibt es Impfzentren, welche Risiken sind mit der Impfung verbunden...? Wir geben Antworten auf wichtige Fragen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Inzwischen sind vier Corona-Impfstoffe für einen Einsatz in Deutschland freigegeben worden: von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson.
  • Der Impfstoff von AstraZeneca soll seit Ende März 2021 vorerst möglichst nur noch bei Menschen über 60 Jahren zum Einsatz kommen.
  • Das bis Anfang Juni 2021 noch geltende Priorisierungsschema wurde mittlerweile weitestgehend aufgehoben, sodass jede(r) Impfwillige im Rahmen der bestehenden Kapazitäten einen Impftermin vereinbaren kann.
  • Bis das Coronavirus gestoppt werden kann, müssen weltweit Millionen Menschen geimpft werden. Eine Kraftanstrengung, die noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird.
Impfspritze wird an einen Oberarm gehalten
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Mit der Beschleunigung der Impfkampagne kommen Fragen auf: Wie wird der Impfstoff verteilt, wie gut schützt er, gibt es Nebenwirkungen...? Zu einigen wichtigen Fragen geben wir hier Antworten. Den Artikel halten wir stets aktuell - denn die Lage verändert sich immer wieder.

Wie weit sind die Impfstoffe und wie werden sie für Deutschland zugelassen?

Zuständig dafür, einen Impfstoff und die Studien der Hersteller zu prüfen, ist zunächst die Europäische Arzneimittelagentur EMA. Diese Behörde gibt der Europäischen Kommission eine Empfehlung, ob ein Impfstoff zugelassen werden kann. In Deutschland wiederum prüft dann das Paul-Ehrlich-Institut jede Charge.

Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie von Moderna, AstraZeneca und von Johnson & Johnson sind für alle EU-Länder zugelassen worden.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist im Gegensatz zu den anderen Vakzinen ein Ein-Dosis-Impfstoff. Das heißt: Eine zweite Folgeimpfung ist hier zunächst nicht vorgesehen. Derzeit wird noch getestet, ob das Vakzin von Johnson & Johnson bei entsprechender Zweifach-Impfung eine höhere Wirksamkeit erzielt. Wenn der Impfstoff eine wesentlich höhere Schutzwirkung zeigt, könnte er später auch in zwei Dosen verabreicht werden.

In welcher Reihenfolge wird geimpft? Wer entscheidet das?

Die nach Risikogruppen gestaffelte Impf-Reihenfolge ist seit dem 7. Juni 2021 entfallen. In Arztpraxen und Impfzentren gilt das frühere Priorisierungsschema daher nicht mehr.

Abhängig ist der Impffortschritt auch nach der Aufhebung der Priorisierung von der Verfügbarkeit von Impfstoff. Es ist davon auszugehen, dass es für Impfwillige zu Wartezeiten bei den Impfterminen kommen wird. Die Gesundheitsministerkonferenz teilte mit, dass anfangs geringere Mengen an Impfdosen für die betriebsärztlichen Impfungen zur Verfügung stünden, die Menge aber schrittweise steigen werde.

Bund und Länder hatten die Priorisierung für die Impfstoffe von AstraZeneca und von Johnson & Johnson bereits im Mai 2021 aufgehoben. Seitdem können sich alle Erwachsenen in ihrer Arztpraxis mit AstraZeneca impfen lassen (sofern die Arztpraxis solche Impfungen anbietet, ausreichend Impfstoff hat und aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht). Auch die Dauer zwischen erster und zweiter Impfung kann deutlich verringert werden. Arzt und zu Impfender können festlegen, wann die Zweitimpfung in einem Zeitraum von 4 bis 12 Wochen nach der ersten erfolgen soll. Die Wirksamkeit ist umso größer, je länger der Abstand zur Erstimpfung liegt. Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson soll in erster Linie Menschen über 60 Jahren verabreicht werden. Auch jüngere Menschen können sich nach ärztlicher Beratung für diesen Wirkstoff entscheiden.

Impfungen für Schwangere

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlungen für die Impfung von werdenden Müttern angepasst. Eine generelle Impfempfehlung gibt es wegen mangelnder Daten nicht. Schwangere mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung können sich jedoch ab dem zweiten Trimester (Beginn 14. Schwangerschaftswoche) nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung und ausführlicher ärztlicher Aufklärung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech, Moderna) impfen lassen.

Impfungen für Kinder

Seit dem 7. Juni 2021, an dem die allgemeine Impfpriorisierung aufgehoben worden ist, können sich auch Eltern von Kindern ab 12 Jahren um einen Termin zur Impfung in Arztpraxen bemühen. Die Bundesländer können außerdem Angebote in Impfzentren machen und besondere Programme für diese Altersgruppe anbieten.

Nach der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für die Corona-Impfung ab 12 Jahren hat auch die EU-Kommission inzwischen offiziell die entsprechende Zulassung für den Impfstoff Biontech/Pfizer erteilt. Es sind jedoch keine zusätzlichen Impfstoffe vorgesehen, so dass es keine Reservierungen von Impfdosen für diese Altersgruppe geben wird.

Eine Impfpflicht für Kinder ab 12 Jahren ist nicht vorgesehen. Ein sicherer Schulbetrieb soll unabhängig von Impfungen gewährleistet werden. Ebenso sollen Reisen nicht von Impfungen abhängig sein. Im europäischen Ausland wie auch in Deutschland kann man Urlaub machen, weil Tests auf das Coronavirus als Voraussetzung für Urlaubsangebote ausreichen sollen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat inzwischen eine Entscheidung für Kinder ab 12 Jahren getroffen: Sie empfiehlt keine generelle Impfung in dem Alter. Die Empfehlung, sich impfen zu lassen, ist eingeschränkt auf besondere Gruppen mit definierten Vorerkrankungen.

Dazu gehören nach der Stiko-Empfehlung:

  • Adipositas (> 97. Perzentile des Body Mass Index (BMI))
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung <80 %)
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • nicht ausreichend eingestellte Diabetes mellitus

Zusätzlich empfiehlt die Stiko eine Impfung, wenn die Kinder regelmäßigen Kontakt zu Angehörigen mit erhöhtem Risiko schwerer Krankheitsverläufe haben, die selbst nicht geimpft werden können, weil sie bspw. Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe der Corona-Impfstoffe aufweisen.

Dasselbe gilt auch für Jugendliche, die eine Ausbildung in einem Beruf mit erhöhtem Ansteckungsrisiko absolvieren oder diesen Beruf ausüben.

Bei individuellem Wunsch von Kindern oder ihren Eltern ist eine Impfung aber auch nach ärztlicher Aufklärung bei gesunden Kindern ab 12 Jahren möglich.

Am 2. August 2021 haben der Bundesgesundheitsminister und die Gesundheitsminister:innen der Länder beschlossen, dass in allen Bundesländern zeitnah der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren auch in Impfzentren sowie andernorts flächendeckende und niedrigschwellige Impfangebote gemacht werden sollen. Jugendliche - oder bei noch fehlender Einwilligungsfähigkeit deren Sorgeberechtigte - können sich nach entsprechender ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden.

Wann und wie oft sollten sich Genesene impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Robert Koch-Institut (RKI) empfehlen für Personen, die eine COVID-19-Infektion durchgemacht haben, eine einmalige Impfung frühestens sechs Monate nach der Genesung. Hierfür können alle zugelassenen Impfstoffe verwendet werden.

Sind Sie nach der ersten Impfung an Corona erkrankt, empfiehlt das RKI ebenfalls erst nach sechs Monaten eine erneute Impfung. Auch wenn die Zeitspanne von sechs Monaten überschritten ist, reicht eine Impfdosis zur vollständigen Grundimmunisierung.

Empfehlungen für Folge- und Auffrischimpfungen

Die Stiko (Ständige Impfkommission) hat mit der raschen Ausbreitung der Delta-Variante ihre Impfempfehlungen angepasst. Der Impfschutz mit nur 1 Impfdosis ist, in Bezug auf die Delta-Variante, deutlich herabgesetzt. Die Stiko weist darauf hin, dass die 2. Impfdosis zeitgerecht wahrgenommen werden soll.

Menschen, die ihre 1. Impfung mit AstraZeneca erhalten haben, sollen mit der 2. Impfdosis ein mRNA-Vakzin erhalten (Moderna, Biontech/Pfizer), unabhängig vom Alter. Experten  und Expertinnen begründen die Entscheidung für eine Kreuzimpfung mit einer besseren Immunantwort nach dem Verabreichen von 2 unterschiedlichen Dosen. Aktuelle Studiendaten belegen, dass die Kreuzimpfung einen besseren Schutz vor Corona biete. Die Zweitimpfung mit einem mRNA-Vakzin ist ab 4 Wochen nach der 1. Impfung empfohlen.

Um die Wirksamkeit der Impfstoffe zu gewährleisten, sollen die empfohlenen Zeiträume nach den neuen Stiko-Empfehlungen eingehalten werden:

  • beim Impfstoff von Biontech/Pfizer 3-6 Wochen
  • beim Impfstoff von Moderna 4-6 Wochen
  • beim Impfstoff von AstraZeneca 9-12 Wochen; wird als zweite Dosis Biontech/Pfizer oder Moderna verabreicht, stattdessen ab 4 Wochen
  • beim Impfstoff von Johnson & Johnson ist zunächst keine Auffrischung vorgesehen.

Am 2. August 2021 haben der Bundesgesundheitsminister und die Gesundheitsminister:innen der Länder beschlossen, dass besonders vulnerable Menschen (Höchstbetagte, Pflegebedürftige sowie Patient:innen mit Immunschwäche) 6 Monate nach erstmaliger Herstellung des vollständigen Impfschutzes auf Wunsch noch vor dem Herbst 2021 eine Drittimpfung zur Auffrischung des Impfschutzes erhalten sollen.

Gibt es Risiken, die mit einer Impfung gegen Corona verbunden sind?

Die Studien zeigen bei den bisherigen Impfstoff-Kandidaten keine größeren Gefahren an. Leichte Nebenwirkungen sind bei Impfungen nichts Ungewöhnliches (z.B. Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Müdigkeit und eine schmerzende Schwellung an der Einstichstelle). Meist ist das ein gutes Zeichen - das Immunsystem reagiert auf den Impfstoff. Achten Sie allerdings darauf, dass die Symptome nicht zu stark ausfallen und schnell wieder abklingen. Falls das nicht der Fall ist: Nehmen Sie Kontakt zu einer Ärztin / einem Arzt auf.

Dass es in seltenen Fällen zu schwereren Nebenwirkungen kommt, lässt sich bei Impfstoffen nicht ganz ausschließen. In sehr seltenen Fällen ist es zu allergischen Reaktionen gekommen. Auch das ist für Impfstoffe nicht ungewöhnlich - und Mediziner können darauf reagieren. Wissen Sie von Allergien bei sich, sollten Sie das vor der Impfung gegenüber Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ansprechen. In Impfzentren gibt es Wartebereiche für die gerade frisch Geimpften. Dort können Sie sich nach der Impfung noch eine Weile aufhalten.

Zu Sinusvenenthrombosen und AstraZeneca finden Sie unten in diesem Artikel einen eigenen Abschnitt.

Nebenwirkungen können Sie übrigens auch über ein Portal des Paul-Ehrlich-Instituts melden, damit die Behörden das prüfen können: https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/home/home_node.html. Achtung: Eine solche Meldung ersetzt keinen Kontakt zu einem Arzt, wenn es Ihnen schlecht geht!

Private Versicherungsunternehmen werben mit Unfallversicherungen, die gesundheitliche Folgen von Corona-Impfungen finanziell abfedern sollen. Aber: Ein Versicherungstarif nur gegen Corona-Impfschäden ist in der Regel nicht ratsam. Hier spielen Versicherungen mit den Ängsten der Menschen. Mehr lesen Sie in unserem Artikel zu dem Thema.

Kostet mich die Impfung etwas?

In Deutschland werden die Impfstoffe für Verbraucher:innen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Aufbau und Organisation von Impfzentren übernehmen sowohl Bund und Länder als auch die gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen.

Wie funktioniert das mit den Impfzentren? Was ist, wenn ich nicht selbst hin komme?

Die Impfzentren wurden von den Bundesländern eingerichtet, um mehr Menschen in kürzerer Zeit impfen zu können. Impfzentren sind außerdem notwendig, weil einige der Wirkstoffe bei bis zu minus 70 Grad gelagert werden. Im Kühlschrank halten sie sich dagegen teils nur wenige Tage.

Zuständig für die rund 440 Impfzentren sind die Bundesländer. Sie haben in der Regel pro Landkreis beziehungsweise kreisfreier Stadt ein Impfzentrum errichtet. Ausnahmen sind Großstädte: Dort kann es auch mehr als ein Zentrum geben.

Für den Weg zum Impfzentrum kann z.B. ein Taxi genommen werden. Möglichkeiten, die Kosten dafür zu erstattet bekommen, erläutern wir in diesem Artikel. Ebenfalls im Einsatz sind mobile Teams. Sie sollen bewegungseingeschränkte Menschen in Betreuungseinrichtungen oder auch zu Hause aufsuchen, um sie zu impfen.

Wie werden Termine für eine Impfung vergeben?

Für eine Impfung in einem Impfzentrum brauchen Sie einen Termin. Wie das genau abläuft, kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Im Einsatz sind telefonische sowie digitale Anmeldesysteme (Hotlines, Internetseiten und/oder Apps). Einige Einladungen sind auch per Brief verschickt worden.

Die Bundesländer geben Auskunft dazu, wie bei ihnen Termine vergeben werden (und beantworten oft weitere Fragen zur Impfung). Hier finden Sie zu den entsprechenden Seiten:

Bundesweite Telefonnummer für die Terminvergabe

Um einen Impftermin zu vereinbaren, können Sie die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 wählen. Oft sind mehrere Anläufe nötig, um tatsächlich jemanden zu erreichen. Vorher wird man durch ein Auswahlmenü geführt. Damit es da schneller geht, gibt es einen Trick: Speichern Sie sämtliche nötigen Ziffern bereits mit der Rufnummer in Ihrem Telefon ab und fügen Sie Kommata ein. Für ein Komma halten Sie die Stern-Taste (*) etwas länger gedrückt. Jedes davon sorgt für eine Wahlpause von etwa 2 Sekunden.

Beispiel: Sie möchten einen Termin für Angehörige in einem anderen Bundesland vereinbaren. Dann speichern Sie 116117,121,,,,,40215 ab.

Erklärung:

  • Die 121 bedeutet, dass Sie einen Impftermin in einer anderen Region als Ihrem Aufenthaltsort vereinbaren möchten.
  • Die letzten fünf Ziffern sind die Postleitzahl der Person, für die Sie einen Termin buchen wollen. In unserem Beispiel ist es Düsseldorf. Hier müssen Sie die Nummer natürlich entsprechend anders speichern.
  • Wollen Sie einen Termin in der Region buchen, aus der Sie anrufen, genügt 116117,12.

Wie funktioniert das Impfen bei den Hausärzten?

Im April 2021 sind die Impfungen in vielen Arztpraxen gestartet. Seitdem wurde die Zahl der den Hausärzt:innen zur Verfügung gestellten Impfdosen stetig erhöht, wobei viele Impfdosen inzwischen für Zweitimpfungen benötigt werden.

Für die Terminvergabe sind die Praxen selbst verantwortlich. Das findet wohl meist auf den gewohnten Wegen statt: telefonisch bei der Praxis oder über deren Online-Terminvergabe.

Privatpraxen, die nicht über eine Kassenzulassung verfügen, erhalten derzeit keine Impfdosen.

Anspruch auf Beratung

Wer eine Impfung erhalten kann, hat auch Anspruch auf eine Impfberatung sowie eine Aufklärung. Zur Beratungspflicht gehören:

  • Sie erhalten Information über den Nutzen der Schutzimpfung und die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).
  • Man wird Sie über Ihre medizinische Vorgeschichte befragen, soweit sich diese auf die Impfung auswirken kann.
  • Ihr aktueller Gesundheitszustand wird besprochen, um akute Erkrankungen oder Allergien auszuschließen.
  • Sie erhalten Informationen zu möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen der Schutzimpfung.
  • Ihnen wird erklärt, ab wann die Impfung Sie schützt und wie lange dieser Schutz vorhält.
  • Sie bekommen Hinweise zu Folge- und Auffrischimpfungen.
  • Es gibt Empfehlungen, wie Sie sich unmittelbar nach der Impfung verhalten sollten.

Wie wirksam wird der Impfschutz sein? Gibt es dennoch ein Risiko, zu erkranken?

Die bisherigen Impfstoffe haben nach den Angaben der Hersteller in den klinischen Studien eine hohe Wirksamkeit gezeigt. Biontech/Pfizer und Moderna geben an, dass nach einer Doppelimpfung rund 95 Prozent einen Schutz hatten.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson senkte in den bisherigen Studien das Risiko an Corona zu erkranken im Durchschnitt etwa um 66 Prozent. Bei schweren Corona-Verläufen lag die Wirksamkeit bei etwa 85 Prozent ab 28 Tagen nach der Impfung.

Die Impfwirksamkeit ist etwas geringer als bei den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna. Das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson hat in den bisherigen klinischen Studien auch vor der sogenannten Delta-Variante geschützt. Die Effektivität lag hier bei 64 Prozent.

Für Impfstoffe sind diese vorläufigen Studienergebnisse sehr gute Werte. Der Berliner Virologe Christian Drosten sprach im NDR-Podcast von sehr guten Nachrichten. "Diese Impfstoffe sind alle überraschend gut effizient."

Darüber hinaus verringert sich die Möglichkeit einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus bei Geimpften deutlich: Nach einer Studie des Robert Koch-Instituts ist das Risiko einer Virusübertragung durch vollständig geimpfte Personen geringer als bei Vorliegen eines negativen Schnelltests bei symptomlos-infizierten Personen.

Thrombosen und das AstraZeneca-Vakzin für Menschen unter 60

Ende März haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission hin beschlossen, dass der Impfstoff in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden solle. Grund dafür ist, dass nach der Impfung mit AstraZeneca seltene Fälle von Sinusvenenthrombosen und Embolien bei jüngeren Geimpften aufgetreten sind, die in wenigen Fällen auch zum Tod der Betroffenen führten.

Dessen ungeachtet steht es auch Verbraucher:innen unter 60 Jahren weiterhin frei, sich nach entsprechender Risikoaufklärung mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen zu lassen.

Weitere Informationen zum Impfstoff von AstraZeneca finden Sie auch beim Bundesgesundheitsministerium.

Mit welchem Impfstoff wird die Zweitimpfung durchgeführt, wenn ich bereits mit AstraZeneca geimpft wurde?

Nach der neuen Stiko-Empfehlung von Anfang Juli ist eine Kreuzimpfung von AstraZeneca und einem mRNA-Wirkstoff empfohlen. Experten begründen die Entscheidung mit einer besseren Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei unterschiedlichen Dosen. Aktuelle Studiendaten belegen, dass die Kreuzimpfung einen besseren Schutz vor Corona biete.

Die Zweitimpfung mit einem mRNA-Vakzin ist ab 4 Wochen nach der ersten Impfung empfohlen.

Was ist zu beachten, wenn Sie eine AstraZeneca-Impfung erhalten haben?

Personen, die sich 4 bis 14 Tage nach der COVID-19-Impfung mit AstraZeneca zunehmend unwohl fühlen und z.B. starke, anhaltende Kopfschmerzen empfinden oder punktförmige Hautblutungen oder blaue Flecken feststellen, sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Personen mehr als 16 Tage nach der Impfung noch ein thromboembolisches Ereignis entwickeln, ist dagegen nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts extrem gering.

Muss ich mit weiteren Nebenwirkungen nach der Impfung rechnen?

Grundsätzlich muss man zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen unterscheiden. Impfreaktionen treten im Normalfall direkt im Anschluss an eine Impfung auf und dauern zumeist nur einen Tag. Impfreaktionen sind harmlose Beschwerden, die im Rahmen der Immunantwort auf eine Impfung auftreten. Unbedenkliche Reaktionen können Fieber, Schüttelfrost und grippeähnliche Beschwerden sein. Wer mit drei Tagen Abstand zur Impfung allerdings Nebenwirkungen feststellt, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wie wirkt ein mRNA-Impfstoff?

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Sie basieren auf einem neuen Mechanismus. Das Präparat enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Körperzellen nutzen die genetische Information zum Bau des Erregerbestandteils. Anschließend erkennt das menschliche Immunsystem den fremden Erregerbestandteil und baut eine schützende Immunantwort auf.

Ziel der Impfung auf diese Art ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

RNA-Impfstoffe könnten das Erbgut von Menschen weder ändern noch falsche Immunantworten hervorrufen, so Experten. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts, Thomas Mertens, hat erklärt: "Der Impfstoff wird zwar mit gentechnischen Methoden hergestellt, aber beim Geimpften findet keine Änderung des Genoms statt - und das kann man sich auch kaum vorstellen."

Der Impfstoff wird in der Regel in einen Muskel im Oberarm gespritzt. Vorteile: Die Stelle ist gut zu erreichen. Und der Wirkstoff bleibt für einige Stunden im Muskel, wodurch der Körper Zeit hat, ihn zu erkennen und darauf zu reagieren.

Wie wirkt ein Vektorimpfstoff?

Das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson und auch das Mittel von AstraZeneca sind so genannte Vektorimpfstoffe. Bei diesem Impfstofftyp werden DNA-Teile des Coronavirus in sogenannte Trägerviren eingebaut und das Trägervirus als Transportmittel eingesetzt. Man nennt es Vektor. Dieser Vektor ist für den Menschen harmlos. Das Trägervirus beinhaltet in diesem Fall die genetische Information des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2), die in die Zellen der geimpften Person eingeschleust wird.

Daraufhin werden von den menschlichen Immunzellen Antikörper gebildet. Dringt später das echte Coronavirus SARS-CoV-2 in den Körper ein, kann das Immunsystem viel schneller mit einer Abwehrreaktion beginnen und die Viren eliminieren. Derartige Impfungen werden bereits gegen Dengue-Fieber und Ebola eingesetzt.

Wie lange hält der Impfschutz?

Das ist unklar, denn es gibt noch keine Langzeitstudien. Es gilt als unwahrscheinlich, dass eine Impfung gegen Corona ein ganzes Leben lang schützt. Es könnte eher sein, dass man sie wie bei der Grippe-Schutzimpfung regelmäßig wiederholen muss. Auch eine überstandene Covid-19-Erkrankung schützt wohl nicht auf Dauer vor einer erneuten Infektion.

Dritte Impfung möglicherweise nach 6 bis 12 Monaten

Die Vorbereitungen für eine weitere Auffrischungsimpfung laufen, eine finale Entscheidung gibt es aber noch nicht. Die Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer gehen von einer nachlassenden Schutzwirkung aus. Noch laufen Studien in Israel, aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit könnte eine dritte Impfung nach 6 bis 12 Monaten erforderlich sein.

Die Unternehmen bemühen sich um eine Zulassung für eine dritte Impfung gegen Corona. Bund und Länder sind ebenfalls im Gespräch. Sollte eine Auffrischung notwendig sein, soll genügend Impfstoff zur Verfügung stehen. Liegen die notwendigen Daten vor, wird sich die Ständige Impfkommission (Stiko) mit dem Thema beschäftigen und eine Einschätzung abgeben.

Wann werden wir in Deutschland flächendeckend geimpft haben?

Zu Beginn der Pandemie ging man davon aus, dass für die sogenannte "Herdenimmunität" in Deutschland eine Impfquote von rund zwei Dritteln erforderlich sei. Mittlerweile ist durch die rasante Verbreitung der Virusmutationen eine höhere Quote notwendig, um die Verbreitung von Corona aufzuhalten. Expert:innen gehen daher mittlerweile von einer Impfquote von mehr als 80 Prozent als Voraussetzung für die Herdenimmunität aus.

Zudem ist es wichtig, dass wirksame Impfstoffe weltweit zum Einsatz kommen, da wir es mit einer globalen Pandemie zu tun haben.

Wird es eine Impfpflicht geben?

Gesundheitsminister Jens Spahn und Justizministerin Christine Lambrecht betonen bisher stets, dass es keine Impfpflicht in Deutschland geben soll.

Selbst wenn einmal darüber nachgedacht werden sollte, gehen Jurist:innen davon aus, dass eine solche Verpflichtung nur auf Basis schwerwiegender Gründe und bei einer sehr genau bestimmten Personengruppe stattfinden dürfte. Eine Impfpflicht wäre vor diesem Hintergrund etwa bei Personen denkbar, die im ständigen Kontakt mit Hochrisikogruppen sind.

Kann ich mir einen Impfstoff aussuchen?

Es gibt aktuell keine Wahlfreiheit, welcher von verschiedenen Impfstoffen verabreicht wird. Ein Grund sind die weiterhin knappen Mengen an Impfdosen.

Können Anbieter für Zutritt / Dienstleistungen einen Impfnachweis verlangen?

Es kann durchaus sein, dass Länder Einreisebedingungen so gestalten, dass Sie dort Impfungen vorweisen müssen.

  • Für den deutschen Staat, also z.B. für Behörden, gilt ein allgemeines Diskriminierungsverbot.
  • Für private Anbieter von Waren und Dienstleistungen aber ist es auch bei uns denkbar, dass diese im Rahmen ihres Hausrechts bestimmte Vorgaben machen und eine Teilnahme an einen Impfnachweis knüpfen.

In jedem Fall müsste ein Anbieter die Bedingung schon vor dem Vertragsabschluss deutlich kenntlich machen. Wer z.B. Eintrittskarten bereits vor einer solchen Regelung gekauft hat, darf nicht nachträglich ausgeschlossen werden.

Erleichterungen für Geimpfte / Genesene

Für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene wurden die Corona-Regeln gelockert. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel zum Thema. Darüber hinaus gibt es mittlerweile einen digitalen Impfnachweis für Geimpfte.

Vorsicht vor Betrug

Durch betrügerische SMS falscher Paketdienste sind Verbraucher:innen verunsichert, wenn sie Kurznachrichten von Impf- oder Testzentren erhalten. Auch die arbeiten mit Links in SMS und bitten teilweise um persönliche Daten wie z.B. Name, Anschrift und Geburtsdatum. Das kann etwa wichtig sein, um für Sie einen persönlichen Termin zu vereinbaren.

Wer sich unsicher ist, sollte die Links auch in solchen SMS nicht antippen. Rufen Sie stattdessen die Ihnen bekannte Internetseite des Test- oder Impfzentrums bzw. Ihrer Landesregierung in einem Browser auf und loggen Sie sich dort mit Ihren Zugangsdaten ein.

Unangemeldete Corona-Tests an der Haustür oder Impfstoffe zum selber kaufen? Innenministerium und Polizei NRW warnen vor solchen und weiteren Betrugsmaschen. Die Polizei gibt folgende Tipps gegen Betrug:

  • Lassen Sie sich bei einem angeblichen Impfstoffverkäufer nicht auf ein längeres Gespräch am Telefon ein, sondern legen Sie sofort auf.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe. Bei akuter Bedrohung rufen Sie die Polizei unter 110.
  • Melden Sie solche Vorfälle Ihrer Polizei. Eine Übersicht über die Internetwachen der Länder finden Sie hier.

Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Hessen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.